Nicht zu verschenkende Bücher

Es bleibt in unserer Kultur nicht aus, früher oder später das ein oder andere Buch gelesen zu haben und im Laufe eines Lebens immer wieder Bücher zu erhalten oder diese wegzugeben. In größeren Städten Deutschlands gibt es sogar als Bücherschränke umfunktionierte Telefonzellen und auch in vielen Cafés und Bars liegen Bücher aus, die man einfach mitnehmen darf.

Geschenke als Kommunikation begriffen sind insofern interessant, als dass die Ablehnung einer solchen Kommunikation rechtfertigungsbedürftig ist. Das ist nicht per se der Fall, aber es gilt doch eher als Affront ein Geschenk abzulehnen, weshalb man eine gewisse Konditionierung zur Annahme eines Geschenkes beobachten können dürfte.

Vor diesem Hintergrund ist es dann auch ganz interessant völlig Unbekannten Geschenke zu machen und zu beobachten, welche Verstrickungen sich aus solchen Formen der Kommunikation ergeben. Zwar mag man Büchern keinen besonders großen Wert beimessen, aber die Nuancen sozialer Rechtfertigungszwänge und Verbindlichkeiten sind eben auch im Kleinen zu beobachten.

Jedenfalls möchte ich an diesen Experimenten gerne ebenfalls teilnehmen und das Ganze auch etwas verbindlicher mir selbst gegenüber gestalten. Zu diesem Zweck bin ich einige meiner Bücher durchgegangen, um zu sehen, welche ich bereit bin wegzugeben. Welche das sind, findet sich auf der entsprechenden Seite hier im Blog, auf der alle zu verschenkenden Bücher aufgelistet sind. Interessant ist aber auch, welche Bücher ich vorläufig nicht verschenken werde. Über diese Frage bin ich zu einer Systematisierung meiner nicht zu verschenkenden Bücher gekommen:

  • Bücher, die ich zwar bereits gelesen habe, bei deren Lektüre ich mir jedoch keine systematischen Notizen (Zettel für meinen Zettelkasten) gemacht habe. Es handelt sich speziell um Bücher, von denen ich mich erinnern zu meinen glaube, sie für interessant gehalten zu haben, weshalb ich mir die Möglichkeit vorbehalten möchte, sie ein weiteres mal zu lesen, um aus dem Inhalt Exzerpte in Form von Zetteln zu extrapolieren.
  • Nachschlagewerke/Lexika, also Bücher, die nicht zum Durchlesen gedacht sind.
  • Persönliche Klassiker: Bücher wie Momo von Michael Ende oder Tage in Burma von George Orwell. Es handelt sich um Bücher, die ich bereits mehr als einmal gelesen habe, die eine besondere Bedeutung für mich haben und die ich auch ein weiteres mal lesen würde.
  • Peinliche Bücher: Es gibt in meinem Bücherregal das ein oder andere Buch, das besonders einfach wirkt. Vielleicht befinde ich mich zu sehr im Modus eines Emporblickens zu der Fiktion einer nicht existenten Hochkultur, aber es gibt tatsächlich Bücher, mit denen ich mich nicht identifizieren lassen möchte, obwohl sie genauso in meinem Bücherregal stehen, wie die anderen.
  • Bücher, die ich noch nicht gelesen habe: Es gibt unter den Büchern die ich noch nicht gelesen habe einige, von denen ich annehmen kann, dass ich sie wohl auch in Zukunft voraussichtlich nicht lesen werden. Bei den meisten jedoch bin ich schlichtweg noch nicht dazu gekommen. Die Unterscheidung der Bücher, die ich noch nicht gelesen habe zwischen denen, die ich nicht lesen werde und denen, die ich noch lesen werde, verschiebe ich in die Zukunft.

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